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Stößel (Triebstößel / Ventilstößel)

Stößel (auch Triebstößel / Ventilstößel genannt) sind wichtige Übertragungselemente der Ventilsteuerung eines Motors.

Man unterscheidet hauptsächlich zwischen mechanischen und hydraulischen Stößeln.

Wichtige Einteilungskriterien

Nach Funktionsprinzip:

Hydraulische Stößel
Mechanische Stößel / massive Stößel

Nach der Ausführung der Kontaktfläche zur Nocke:

Flachstößel
Rollenstößel

Nach Form und Aufbau:

Tassenstößel
Pilzstößel
Zylinderstößel

Mechanische Stößel / massive Stößel

Wesentliche Merkmale: massiver Metallaufbau ohne hydraulischen Ausgleich. Das Ventilspiel muss in regelmäßigen Abständen von Hand eingestellt werden. Werden vorwiegend in Hochleistungs-, Renn- und klassischen Motoren verwendet.

(1) Flachstößel / massiver Flachstößel

Aufbau: Flache oder leicht gewölbte Unterseite mit Gleitreibung direkt auf der Nockenwelle. Erhältlich als Tassen-, Pilz- und Zylinderstößel.

Vorteile: Einfacher Aufbau, geringes Gewicht, hohe Steifigkeit, keine hydraulische Verzögerung.

Nachteile: Erfordert regelmäßige Spieleinstellung, Tickgeräusche im Betrieb und einen hohen Verschleiß.

(2) Rollenstößel

Aufbau: Unten gelagerte Rolle, die Gleitreibung in Rollreibung umwandelt und so Verschleiß und Leistungsverlust erheblich reduziert.

Vorteile: Sehr geringe Reibung, lange Lebensdauer und hervorragendes Verhalten bei hohen Drehzahlen; bevorzugt bei Renn- und getunten Motoren.

Nachteile: Komplexer Aufbau, höhere Kosten und relativ schwer.

Mechanische Stößel Rollenstößel Rollenstößel

Gängige Bauformen nach äußerer Form

(1) Tassenstößel / Aufbau eines Tassenstößels:

Zylindrischer, becherförmiger Aufbau, direkt angepasst an obenliegende Nockenwellen (OHC / DOHC) – die bei Pkw am weitesten verbreitete Bauform.

Unterarten: hydraulischer und mechanischer Tassenstößel (einschließlich der Ausführungen mit Einstellscheibe über oder unter der Tasse zur manuellen Spieleinstellung).

Tassenstößel

(2) Pilzstößel-Aufbau:

Pilzförmiges Profil, vor allem in älteren OHV-Motoren verwendet, mit Einstellschraube an der Oberseite für das Ventilspiel.

Pilzstößel

(3) Zylinderstößel-Aufbau:

Hohle Zylinderform zur Gewichtsreduzierung, häufig eingesetzt in mittelgroßen und großen Dieselmotoren sowie OHV-Motoren, erhältlich als Flach- und Rollenausführung.

Zylinderstößel

Vergleichstabelle der wichtigsten Bauarten

Bauart Funktionsprinzip Spieleinstellung Geräusch im Betrieb Einsatzgebiet Aufbaukomplexität
Hydraulische Stößel Automatischer hydraulischer Ausgleich Automatisch null Spiel Sehr gering Serien-Pkw-Motoren, Fahrzeuge des täglichen Gebrauchs Hoch
Mechanische Flachstößel Starre, feste Übertragung Regelmäßige manuelle Einstellung Tickgeräusch Ältere Motoren, Oldtimer Sehr gering
Mechanische Rollenstößel Übertragung über Rolle Regelmäßige manuelle Einstellung Gering Rennsport, getunte Fahrzeuge, Hochleistungsmotoren Hoch

Zusätzliche Hinweise

Einstellschalenstößel

Eine Unterart der mechanischen Tassenstößel. Das Spiel wird durch Hinzufügen oder Entfernen von Einstellschalen an der Ober- oder Unterseite des Stößels eingestellt. Häufig verwendet in älteren japanischen und europäischen DOHC-Motoren.

Einstellschalenstößel

Kipphebel-Rollenstößel

In den Kipphebel integrierte Rolle als Ersatz für herkömmliche Stößel. Wird vor allem in großvolumigen Dieselmotoren und Motoren von Nutzfahrzeugen eingesetzt, um die Reibung weiter zu verringern.

Kipphebel-Rollenstößel
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